Weiterführende Neurorehabilitation
Spezielle Aphasiestation (Phase C)

Warum eine separate Station für Aphasiepatienten?
Neue Umgebungen und Räumlichkeiten ergeben bei sprachgestörten Patienten oftmals Verunsicherungen
und Angst sich nicht zurecht zu finden. Hinzu kommt, dass sie im Vergleich zu Patienten ohne
Sprachstörungen nicht einfach Fragen stellen können. Das wiederum entmutigt und beschämt Aphasiker.
Daher haben wir eine spezielle Station für sprachgestörte Patienten in der neurologischen
Fachabteilung der m&i-Fachklinik Bad Liebenstein eingerichtet.
Ziele und Fakten unserer Aphasiestation:
Ermutigung statt Verlust erleben
Neurologische Erkrankungen können in Minuten Lebensentwürfe zerstören oder über Jahre zunehmend einengen. Die klassische Krankheitslehre ist vom Funktionsverlust geprägt, aus dem sich die Diagnose ableitet. Für uns zählen dagegen die Chancen für den aktiven Ausgleich, die Wiederherstellung und die Kompensation. So wird aus Trauer über den Verlust ermutigendes Streben. Wir fördern die Aufmerksamkeit für die kleinen und großen Erfolge auf diesem Weg.
Altes wieder erlernen
Nach akuter Hirnschädigung durch Unfall oder Schlaganfall können viele Fähigkeiten wieder erlernt werden, denn das Gehirn ist ein besonders anpassungsfähiges Organ. Voraussetzung sind Zuversicht und Ausdauer. Dabei hilft die Orientierung auf kurzfristig erreichbare Zwischenziele. Diese kleinen und großen Fortschritte müssen bemerkt und gefeiert werden. Wir möchten Ihnen diese Selbstmanagementstrategie auch für die Zeit nach der stationären Rehabilitation vermitteln und Ihnen ein Übungsprogramm für zu Hause mitgeben.
Heraus aus der Abwärtsspirale
Langsam fortschreitende neurologische Krankheiten bleiben oft lange unbemerkt, denn der Betroffene lebt sich allmählich in die Krankheit ein und schöpft Trainings- und Anpassungsmöglichkeiten weitgehend aus. Verzweiflung, Schmerzen oder Immobilität durch Krankheit oder Unfall beschleunigen die Abwärtsspirale. Um den früheren Leistungszustand wieder zu erreichen, muss die Therapie sehr gezielt ansetzen. Voraussetzung ist eine gründliche interprofessionelle Problemanalyse im körperlichen, seelischen und sozialen Bereich.
Für die Diagnose stehen elektrophysiologische
Verfahren, extra- und transcranielle Dopplersonographie sowie neuro-ophthalmologische Verfahren zur
Verfügung.
Auf psychotherapeutischem Sektor werden Einzelgesprächsverfahren und entspannende
und verhaltensmodifizierte Maßnahmen angeboten.

