Psychologie/Neuropsychologie
In der Neuropsychologie arbeiten fünf NeuropsychologInnen, zwei Assistentinnen und eine Orthoptistin. Ziel der Betreuung und Behandlung ist die soziale, familiäre und ggf. berufliche Wiedereingliederung. Das geschieht auf der einen Seite dadurch, dass wir versuchen, den Menschen mit einer neurologischen Störung in seiner Gesamtheit, d. h. in seinen Emotionen und Gefühlen, in seiner Persönlichkeit, seinen Problemen, Ressourcen und Wünschen zu betrachten. Auf der anderen Seite behandeln wir durch gezielte Diagnostik und Therapie gestörte Funktionen, wie z. B. das Gedächtnis, die Konzentration, das Sehen oder die Fähigkeit, Probleme bei der Arbeit oder im Alltag zu lösen.
Diagnostik der Sehleistungen
Die Neuropsychologie bietet eine fundierte Diagnostik
- der Gesichtsfeldeinschränkungen
- der okulomotorischen Exploration
- der visuell-kognitiven Leistungen
Orthoptik
Die Orthoptik überprüft
- die Sehschärfe
- das Kontrastsehen
- das Farbsehen
- das räumliche Sehen
- die Augenbeweglichkeit
- die Doppelbilder
- die Fusionsleistung
Training der visuellen Leistungen
Es werden erprobte und standardisierte Behandlungsverfahren, wie Sakkadentraining, optokinetische Stimulation und Lesetraining angewendet. Uns stehen PC, Elex und großformatige Projektionsverfahren an der Wand zu Verfügung. Die Therapieformen sind der Einzelperson und ihrem Alltag zugeschnitten.
Aufmerksamkeit
Nach einer "Verletzung" des Gehirns reagiert das Organ fast immer mit einer
Verlangsamung, sei es in den Gedanken, in den Reaktionen oder/und in der Bewegung. Viele
Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass die gezielte Anregung des Reaktionsvermögens zu einer
deutlichen Besserung der Konzentration und der Ausdauer führt. Wir haben viele Trainingsprogramme
zur Verfügung, um für den Einzelnen interessante und effektive Übungen zu finden.
Fahreignung
Unter Berücksichtigung der vom Gesetz geforderten Anforderungsbereiche werden Computerverfahren angewendet (TAPK, Wiener Test System), die verschiedene Aufmerksamkeitsbereiche überprüfen. Ggf. wird auch eine praktische Fahrprobe durchgeführt. Ist eine der Aufmerksamkeitsfunktionen, z. B. die Reaktionsgeschwindigkeit, nicht ausreichend, wird ein spezielles Training dazwischen geschaltet, um das Autofahren ohne Bedenken wieder zu ermöglichen.
Gedächtnisleistung
Das Gedächtnis unterstützt man am besten, in dem man Strategien anwendet, welche die eigenen
Leistungen erleichtern. "Es gibt für jeden Menschen eine Strategie, aber nicht eine für
jeden". Das Ausprobieren und Einüben der Strategien erfolgt sowohl in der Gruppe, wie in der
Einzeltherapie.
Visuo-konstruktive Leistungen
Bei Verletzung bestimmter Bereiche des Gehirns kann es plötzlich schwerfallen, sich in einer
vertrauten Umgebung zurecht zu finden oder die Uhrzeit von einer Analoguhr abzulesen. Ein gezieltes
computergestütztes Training kann den Umgang mit Gegenständen und Geräten erleichtern.
Planen
Manchmal bereitet es Probleme, knifflige Sachverhalte zu analysieren oder Entscheidungen zu treffen. Sie können mit uns Strategien ausprobieren, die der Umgang mit neuen oder unerwarteten Problemen vereinfachen.
AOT
Alltagsorientierte Therapie bedeutet, dass man mit der Unterstützung einer Therapeutin einige Aufgaben des Alltags "auffrischt", die möglicherweise durch die Krankheit aber auch durch die lange Zeit im Krankenhaus nicht mehr selbstverständlich sind. Dies kann z. B. das Betätigen der Waschmaschine oder das Planen und Kochen einer Mahlzeit sein.
Krankheitsverarbeitung
Nach einem plötzlichen Ereignis, einem Schlaganfall, einer Blutung, einem Unfall, sitzt der Schock tief (Verlust der körperlichen Unversehrtheit, Gefühl der Hilflosigkeit). Um so schmerzhafter ist es dann, wenn die eigene Lebensplanung neu zu definieren ist, Einschränkungen zurückbleiben und der Mensch sich nicht mehr erkennt. Durch die therapeutische Begleitung und Unterstützung kann die Integration der Veränderung in die eigene Lebensgeschichte möglich werden.